Gut vorbereitet auf die Wiesn

Der Wiesn-Guide: Dos, Don'ts & Checkliste

Damit dein Oktoberfest-Besuch ein Fest wird: die ungeschriebenen Regeln im Bierzelt, eine Packliste zum Abhaken und alles, was man vorher wissen sollte.

  • Wiesn 2027: 18. September – 3. Oktober 2027
  • Theresienwiese, München

Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt – und es hat seine eigenen Regeln. Wer sie kennt, findet leichter einen Platz, kommt mit den Einheimischen ins Gespräch und erlebt die Wiesn so, wie die Münchner sie lieben.

Unser Guide fasst das Wichtigste zusammen: was du unbedingt tun solltest, was du besser lässt, was in deine Tasche gehört und wie du dich im Wiesn-Bayerisch zurechtfindest.

Dos

Das solltest du auf der Wiesn tun

Früh kommen

Unter der Woche findest du vormittags fast immer einen Platz. Am Wochenende sind viele Zelte schon mittags voll und schließen die Türen.

Richtig anstoßen

Beim „Prost!“ schaust du deinem Gegenüber in die Augen. Wer wegschaut, hat angeblich sieben Jahre Pech.

Trinkgeld geben

5–10 % sind üblich. Ein gutes Trinkgeld bei der ersten Bestellung sorgt oft für schnellen Service.

Eine Grundlage schaffen

Hendl, Brezn, Steckerlfisch oder Ochsenbraten: Gutes Essen vor der zweiten Maß ist Pflicht.

Wasser trinken

Das Festbier ist stärker als normales Bier. Bestell zwischendurch Wasser – dein Kopf wird es dir am nächsten Morgen danken.

Tracht tragen

Dirndl und Lederhose sind willkommen, aber kein Muss. Die Schleife am Dirndl links heißt ledig, rechts vergeben.

Tische teilen

Frag einfach „Is do no frei?“ – an den langen Bänken sitzt man mit Fremden zusammen und wird schnell Freunde.

Mitsingen

Bei „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ stehen alle auf, singen und stoßen an. Auf der Bank stehen ist dabei völlig okay.

Die Oide Wiesn besuchen

Im historischen Teil gibt es nostalgische Fahrgeschäfte, Blasmusik und Tanz – ruhiger und für einen kleinen Eintritt.

Treffpunkt vereinbaren

Das Handynetz ist oft überlastet. Macht einen festen Treffpunkt aus, zum Beispiel an der Bavaria-Statue.

Don'ts

Das lässt du besser bleiben

Auf den Tisch steigen

Auf der Bank stehen ja, auf dem Tisch nein. Wer auf den Tisch klettert, fliegt meist sofort aus dem Zelt.

Den Maßkrug einstecken

Krüge mitzunehmen ist Diebstahl und wird an den Ausgängen kontrolliert. Souvenir-Krüge kannst du an Ständen kaufen.

Große Taschen mitbringen

Erlaubt sind nur kleine Taschen bis ca. 3 Liter (20 × 15 × 10 cm). Rucksäcke und Koffer musst du an der Garderobe abgeben.

Exen und Wettrinken

Eine Maß auf ex ist keine Mutprobe, sondern der schnellste Weg nach draußen. Betrunkene Gäste werden vom Sicherheitsdienst hinausbegleitet.

Reservierte Tische besetzen

Reservierte Tische sind gekennzeichnet. Du darfst dort oft sitzen, bis die Reservierung beginnt – dann musst du aufstehen.

Kostüm statt Tracht

Billige Faschings-Dirndl und Plastik-Hüte kommen bei Einheimischen nicht gut an. Lieber normale Kleidung als Verkleidung.

Mit dem Auto kommen

Rund um die Theresienwiese gibt es keine Parkplätze – und nach dem Bier fährst du sowieso nicht. Nimm U-Bahn, S-Bahn oder Tram.

Wildpinkeln

Es gibt genug Toiletten auf dem Gelände. Wer in Hauseinfahrten oder Grünanlagen erwischt wird, zahlt ein Bußgeld.

Checkliste

Deine Oktoberfest-Checkliste

Hake ab, was du erledigt oder eingepackt hast – deine Häkchen bleiben gespeichert.

0 / 19

Vor der Reise
Kleidung
In die Wiesn-Tasche
Für danach

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Gut zu wissen

Gut zu wissen

Öffnungszeiten

Die Zelte öffnen werktags um 10 Uhr, am Wochenende und am Feiertag um 9 Uhr. Letzter Ausschank ist um 22:30 Uhr, Schluss um 23:30 Uhr. Am ersten Tag gibt es Bier erst nach dem Anstich um 12 Uhr.

Preise

Der Eintritt aufs Festgelände ist frei. Eine Maß kostet um die 15–16 €, dazu kommt Trinkgeld. Plane auch für Essen und Fahrgeschäfte genug Budget ein.

Reservierungen

Tische werden direkt bei den Zelten reserviert, meist für 8–10 Personen und mit Verzehrgutscheinen. In jedem großen Zelt gibt es auch Bereiche ohne Reservierung.

Anreise

U4/U5 bis Theresienwiese oder Schwanthalerhöhe, U3/U6 bis Goetheplatz oder Poccistraße, S-Bahn bis Hackerbrücke. Ist eine Station überfüllt, nimm die nächste.

Mit Kindern

Dienstags sind Familientage mit ermäßigten Preisen. Kinder unter 6 Jahren dürfen nach 20 Uhr nicht mehr im Zelt sein – auch nicht in Begleitung.

Sicherheit

Notruf 112, Polizei 110. Am Servicezentrum findest du Wiesn-Wache, Fundbüro und die Anlaufstelle „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“.

Besondere Tage

Einzug der Wiesnwirte und Anstich am ersten Samstag, Trachten- und Schützenzug am ersten Sonntag, Platzkonzert an der Bavaria am mittleren Sonntag, Böllerschießen am letzten Sonntag.

Bezahlen

Immer mehr Zelte und Stände akzeptieren Karten, Bargeld ist aber weiterhin am schnellsten. Geldautomaten gibt es auf dem Gelände – oft mit Schlange.

Wiesn-Wörterbuch

Kleines Wiesn-Wörterbuch

O'zapft is!
„Es ist angezapft!“ – Ruf des Oberbürgermeisters beim ersten Fass. Die Wiesn ist eröffnet.
Wiesn
So nennen die Münchner das Oktoberfest – nach der Theresienwiese.
Maß
Ein Liter Bier im Glaskrug. Kleinere Gläser gibt es in den Bierzelten nicht.
Prosit / Prost
Zum Wohl! Wird mit Anstoßen und Blickkontakt gerufen.
Oans, zwoa, g'suffa!
„Eins, zwei, getrunken!“ – beliebter Trinkspruch im Zelt.
Hendl
Halbes Brathähnchen – der Wiesn-Klassiker.
Brezn
Die bayerische Brezel, oft riesig und mit grobem Salz.
Obatzda
Würzige Käsecreme aus Camembert, Butter und Paprika – perfekt zur Brezn.
Radler
Bier gemischt mit Zitronenlimonade – leichter als die Maß.
Spezi
Cola mit Orangenlimonade – das alkoholfreie Lieblingsgetränk der Bayern.
Bedienung
Kellnerin oder Kellner im Zelt – trägt oft zehn Maßkrüge auf einmal.
Schmankerl
Eine bayerische Spezialität, ein Leckerbissen.
Lebkuchenherz
Herz aus Lebkuchen mit Zuckerguss-Spruch – das klassische Wiesn-Souvenir.
Servus / Griaß di
Bayerische Grüße für „Hallo“ – Servus heißt auch „Tschüss“.

Häufige Fragen

Fragen & Antworten

Kostet das Oktoberfest Eintritt?

Nein, das Festgelände und die Zelte sind kostenlos. Nur für die Oide Wiesn, den historischen Teil, zahlst du einen kleinen Eintritt.

Muss ich auf dem Oktoberfest Tracht tragen?

Nein. Dirndl und Lederhose sind beliebt, aber freiwillig. Bequeme Alltagskleidung ist völlig in Ordnung – Faschingskostüme dagegen weniger.

Komme ich ohne Reservierung in ein Bierzelt?

Ja. In jedem großen Zelt gibt es Bereiche ohne Reservierung. Komm unter der Woche oder am Wochenende sehr früh.

Kann man auf dem Oktoberfest mit Karte zahlen?

Immer öfter, aber nicht überall. Bargeld ist im Zelt am schnellsten, nimm also genug Euro mit.